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Samstag, 21. Februar 2015

Rezension von "Song of the Slums"



Titel: Song of the Slums
Originaltitel: Song of the Slums
Autor: Richard Harland
Verlag: Verlagshaus Jacoby & Stuart
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-942787-01-7
Preis: 16,95 €










Inhaltsangabe

England, 1846 – das Dampfmaschinenzeitalter. Auf dem Thron sitzt König Georg IV., die gesellschaftliche Ordnung ist brüchig. Das Land versinkt im Smog. Kriegsgewinnler greifen nach der Macht. Die Slumbewohner sind die Verlierer der Industrialisierung. Doch sie lassen sich nicht unterkriegen. Ihre schärfste Waffe ist die Slumtown-Musik …

Astor ist 17 Jahre alt, als das Dampfluftschiff am Wohnturm der Swales in der Industriestadt Brummingham festmacht. Sie erwartet ihre Verlobung mit dem jüngsten der reichen Swale-Brüder, wird aber zur Hauslehrerin degradiert. Ihr einziger Trost ist die Gesellschaft des 20-jährigen Verrol, den ihr Stiefvater ihr als Diener mitgegeben hat. Als die Swales einen Brief entdecken, in dem Astor von deren politischen Putschplänen berichtet, kann sie im letzten Augenblick mit Verrol fliehen. Dabei stellt sie fest, dass der gutaussehende junge Mann so manche Tricks beherrscht, die auf eine dunkle Vergangenheit verweisen.

Draußen haben die beiden nur eine Überlebenschance: Sie müssen sich einer Slumgang anschließen. Astor entdeckt ihr Talent als Drummerin, sie gründen eine Band und schaffen es so, von einer der Gangs akzeptiert zu werden. Ein Auftritt führt die Band nach London Town. Sie wissen, dass sie dort den Putsch und die Machtübernahme der Plutokraten verhindern müssen, doch es ist gefährlich in den Straßen, denn Veteranen und Milizen lungern überall herum …
[Quelle: Jacoby & Stuart]

Meine Meinung

Das Beste kommt zum Schluss – Dies scheint das Motto dieses Buches zu sein. Wirklich Spannung und Action kommt nämlich erst auf den letzten Seiten rein, wo die beiden Protagonisten, Astor und Verrol, in eine waschechte Revolution geraten. Davor jedoch geht die Geschichte nur schleppend voran. Nachdem Astor und Verrol sich nämlich einer Slumband angeschlossen haben, geht es erst mal ans proben, proben, proben. Dabei passieren aber nicht gerade die aufregendsten Dinge, wird doch vor allem beschrieben, wie Astor mit der Musik verschmilzt. Auch die Auftritte der Band sind nicht unbedingt besser, laufen sie doch alle nach dem gleichen Schema ab: Erst werden sie von ihren Zuschauern ignoriert oder verspottet, dann schafft Astor es mit ihrem Talent oder einem genialen Einfall das Publikum doch noch für sich zu gewinnen. Am Ende sind dann alle hellauf begeistert von der Band. Nur das Publikum ändert sich bei den jeweiligen Auftritten. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte ich mir hierbei schon gewünscht.

Auch für Astor, die Hauptprotagonistin, konnte ich mich nicht wirklich erwärmen. Sie ist eingebildet, arrogant, eitel und denkt sie wäre etwas Besseres. Damit ich ein Buch gut finde, muss ich die Hauptfigur mögen oder wenigsten verstehen warum sie irgendetwas macht. Bei Astor ist das aber nicht der Fall. Weshalb ich die Entscheidung des Autors problematisch finde, sie zum Hauptcharakter zu machen. Auch ihr Plan Lorrain zu verführen, damit sie ihn doch noch heiraten kann und nicht mehr arbeiten muss, hilft ihr nicht, um in meiner Achtung zu steigen. Dieser Eindruck wird noch verstärkt, als nach einem Trauma ihre Haare nur noch weiß nachwachsen. Ihr einziger Gedanke dazu ist, dass sie nun hässlich ist und Lorrain sie nun unmöglich heiraten wird. Wie oberflächlich muss man denn sein? Wenigsten bessert sie sich zum Ende hin und erkennt, dass es fürs Leben mehr braucht als Geld und Schönheit.

Ihr Angebeteter Lorrain ist zudem als Charakter vollkommen unglaubwürdig. Am Anfang ist er zwar höflich zu ihr, ignoriert sie ansonsten aber völlig und tut alles was seine Brüder ihm sagen. Dann fast am Ende des Buches offenbart Lorrain Astor seine Liebe und will sie heiraten, obwohl seine Brüder ihm das verboten haben. Woher kommt diese plötzliche Charakterwandlung? Ich nehme ihm schon ab, dass er ihr von Anfang an verfallen war und einfach seine Gefühle versteckt hat. Aber wie kommt es, dass er plötzlich doch gegen seine Brüder aufbegehrt und wenn er es nur für sie tut, warum dann nicht schon viel früher?

Zum Glück erkennt Astor genauso wie ich, dass Verrol der sehr viel bessere Mann ist. Trotzdem bin ich etwas enttäuscht, dass diese Liebesgeschichte nie wirklich aufgelöst wurde. Nachdem Astor nämlich endlich erkannt hat, dass sie Verrol liebt, kommt es eigentlich nie zur wirklichen Aussprache zwischen den beiden, wo sie Verrol auch davon erzählt. Als Leser fühle ich mich da irgendwie ein bisschen in der Luft hängen gelassen.

Einziger Lichtblick am Anfang des Buches sind die Kinder der Swales, denen Astor als Hauslehrerin zugeteilt wird. Sie sind wunderbar garstig und benehmen einfach unmöglich, so dass ich tatsächlich Mitleid mit Astor hatte und sie nicht mehr gar so stark verabscheute.
Trotz der etwas lauen Handlung und der mäßigen Charaktere gibt es doch noch ein paar Pluspunkte, da Richard Harland es schafft ein paar wichtige Probleme des 19. Jahrhunderts anzusprechen, wie die übermäßige Luftverschmutzung und die riesige Anzahl an arbeitslosen Veteranen, die der Gemeinschaft zur Last fielen.

Fazit

Wer sich nicht an den teilweise unsympathischen und teilweise unglaubwürdigen Figuren sowie einem zähem Mittelteil stört, wird mit einem actiongeladenem und spannungsreichen Ende belohnt.

Samstag, 27. September 2014

Rezension von "Witch & Wizard - Verlorene Welt"



Titel: Witch & Wizard – Verlorene Welt [Bd.1]
Originaltitel: Witch & Wizard
Autor: James Patterson, Gabrielle Charbonnet
Verlag: Loewe
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-7855-7894-0
Preis: 14,95 €










Inhaltsangabe

In einer Welt, die verloren scheint,
in der Zauberei und Magie verboten sind
und mit allen Mitteln verfolgt werden,
gibt es nur zwei Menschen, auf denen die Hoffnung aller ruht.

Whit und Wisty.
Hexe und Zauberer.
Allerdings wissen sie noch nichts davon.
 
Meine Meinung

Als ich die Inhaltsangabe dieses Buches las, dachte ich es wäre eine eigene Fantasywelt und eine Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptcharakteren. Ein klassischer Fantasyroman also. Als ich dann anfing zu lesen, wurde schnell klar, dass die Geschichte in einer ähnlichen Welt wie unserer spielt und Whit und Wisty Geschwister waren. Zwar war ich ein bisschen enttäuscht, aber es war immerhin mal was anderes und die Idee von einem Bruder und einer Schwester, die gemeinsam gegen das Böse kämpfen hatte was.

Trotzdem konnte ich mich nicht so richtig mit dem Buch anfreunden. Das lag zum einen an den Charakteren. Für mich hatten sie alle fast dieselbe Persönlichkeit. An einigen Stellen des Buches hab ich gedacht, wäre eine andere Figur in dieser Situation, würde sie genauso handeln. Das lag sicherlich auch daran, dass sie alle ungefähr das gleiche Sprechmuster hatten. Die einzige richtige Entwicklung hat nur „das Wiesel“ durchgemacht. Darum ist er auch mein Lieblingscharakter in diesem Buch.

In den Schreibstil konnte ich mich nicht richtig reinfinden. Kaum waren die Figuren an einem Ort, sind sie schon wieder zum nächsten Ort gewechselt. Man hat keine Zeit zum Luftholen und zum Einstellen auf die Umgebung. Die Orte selber wurden kaum beschrieben. Zwar mag ich es auch nicht, wenn die Umgebung der Figuren seitenlang beschrieben wird, aber ein paar mehr Informationen hätten in diesem Fall nicht geschadet. Erst ab der zweiten Hälfte wurde das Erzähltempo langsamer und man konnte sich besser auf die Geschichte konzentrieren.

Ein großer Minuspunkt waren für mich die Dialoge. Ich finde die Autoren haben mit dem Sarkasmus ein bisschen übertrieben. Außerdem beschimpfen sich die Figuren die meiste Zeit nur. Eine richtige Unterhaltung, die die Geschichte voranbringt und ein paar Erklärungen bietet, kommt dabei nicht wirklich zustande.

Gestört haben mich auch einige Logikfehler. Warum zum Beispiel haben sich die magischen Kräfte von Whit und Wisty nicht schon vorher bemerkbar gemacht. Denn mit Beginn des Buches kommt es immer wieder zu unkontrollierten Ausbrüchen ihrer Magie. Warum ist das aber nicht schon früher passiert?

Das einzig wirklich tolle an diesem Buch war der Anhang. Dort sind einige Bücher und Musikstücke aufgelistet, die die Regierung im Buch verboten hat. Dabei handelt es sich um reale Bücher, die nur andere Namen haben. Es hat mir viel Spaß gemacht zu enträtseln, welche Bücher und Bands damit gemeint sind.

Der Anhang und die interessante Grundidee sind auch der einzige Grund, warum das Buch nicht gänzlich bei mir durchgefallen ist. Die anderen Bände werde ich eher nicht lesen.

Fazit

Die Grundidee des Buches hat seinen Reiz. Durch den hölzernen Schreibstil und die oberflächlichen Charaktere wird jedoch viel Potential verschenkt.



Buchreihe
Band 1: Witch & Wizard – Verlorene Welt
Band 2: Witch & Wizard – Verbotene Gabe
Band 3: Witch & Wizard: The Fire
Band 4: Witch & Wizard: The Kiss
Band 5: Witch & Wizard: The Lost

Sonntag, 10. August 2014

Rezension von "Todesregeln"



Titel: Todesregeln
Autor: Randy Russell
Verlag: Aufbau Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-351-04171-7
Preis: 16,99 €











Inhaltsangabe

Webster und Haynes. Das sind Jana und Michael. Jana ist überzeugt, dass sie für immer zusammen sein werden. Doch dann stirbt Jana und ist plötzlich allein in der Totenschule. Doch sie ist entschlossen alles zu tun, um wieder mit Michael zusammen zu sein. Auch nicht der attraktive Mars kann Jana von diesem Plan abbringen.

Meine Meinung

Eine Schule für Tote? Das hört sich ja spannend an!
Und tatsächlich hat Randy Russell eine sehr interessante Vorstellung geschaffen, wie es nach dem Tod weitergehen könnte. Alle Teenager, die sterben, gehen auch nach dem Tod weiterhin zu Schulen, welche sich in leerstehenden Gebäuden befinden. Dabei werden sie je nach ihrer Todesart in eine andere Gruppe eingeteilt. Da gibt es die Greys, die Selbstmord begangen haben, die Sliders, die etwas Schlimmes getan haben während sie gestorben sind und die Risers, die sich während ihres Todes normal verhalten haben.
Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen werden ausführlich beschrieben und geben dem Leser das Gefühl, dass es tatsächlich so nach dem Tod ablaufen könnte. Und ich werde mich sicherlich noch einige Zeit beim Anblick eines leerstehenden Hauses fragen, ob es in einer anderen Dimension vielleicht eine Totenschule ist.

Am Ende des Buches waren aber noch viele Fragen offen, deren Antworten mich sehr interessiert hätten. Was für ein Schicksal erwartet die Schüler, wenn sie ihr Examen gemacht haben? Wenn es Schulen für Tote gibt, gibt es dann auch ganze Totenstädte? Und was passiert mit den ganzen Erwachsenen, wenn sie sterben? Hier besteht für mich noch ein erheblicher Erklärungsbedarf.

Was mir sehr gefallen hat, sind die Todesarten der Schüler. Wovon einige wirklich recht merkwürdig sind. Das jemand an einem Vogel erstickt, der ihm beim Rausschauen aus dem Autodach in den Mund fliegt, passiert auch nicht alle Tage. Und wer hätte gedacht, dass man sich im Wald vor herumfliegenden Dartpfeilen in Acht nehmen muss?

Jana selbst hingegen stirbt nur an einem unglücklichem aber nicht ungewöhnlichem Missgeschick mit einer Bowlingkugel. Dass hinter ihrem Tod mehr steckt, erfährt man aber sehr schnell. Zusätzlich gibt es noch ein paar andere Enthüllungen, die der Geschichte einen anderen Blickwinkel geben.
Sehr erfrischend ist, dass Jana schnell begreift, dass sie gestorben ist und nicht mehrere Kapitel lang ihren eigenen Tod verleugnet. In diesem Punkt ist sie sehr rational.
Wenn es um die Liebe zwischen ihr und Michael geht ist sie aber alles andere als das. Sie ist so verrannt in das Bild ihrer unsterblichen Liebe, dass sie sie beide mit Romeo und Julia vergleicht und schließlich sogar beschließt Michael umzubringen nur damit sie wieder zusammen sind. Ab dieser Idee sind Janas Handlungen für mich endgültig nicht mehr nachvollziehbar. Wenn sie ihn wirklich liebt, würde sie ihm doch ein langes Leben wünschen und dass er glücklich ist, oder nicht? Sie verhält sich hingegen sehr egoistisch und irrational und sieht nicht, dass Michael vielleicht nicht das Gleiche fühlt wie sie.

Außerdem hätte man ihr auch mal früher sagen können, dass ihre Existenz ausgelöscht wird, wenn sie jemanden umbringt. Und zwar bevor sie anfängt die Regeln der Totenschule systematisch zu brechen, um ihr Ziel zu erreichen, dabei sich aber in viele peinliche Situationen bringt.

Deswegen habe ich den Anfang des Buches zwar noch sehr genossen, beim letzten Drittel konnte ich mich aber nur noch fremdschämen.

Fazit

Interessante Idee für ein Leben nach dem Tod. Doch mit einer Heldin, die am Ende den Sinn für die Realität verliert.